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Marlene Dumas

MARLENE DUMAS

Marlene Dumas
Ausgewählte Werke von Marlene Dumas

 

Marlene Dumas

Young Boys

1993,Öl auf Leinwand

100 x 300cm

Click on images to enlarge

Marlene Dumas, Young Boys
In "Young Boys" wirkt Marlene Dumas Aufstellung von unheimlichen jungen Männern starr und unterdrückt gegenüber dem unheilverkündenden Hintergrund und verläuft sich in der Entfernung in nicht mehr als skizzenhafte Spuren der Suggestion. Es ist diese Suggestion, in der Dumas brilliert: ein Mangel an Farben, eine blutende Linie - sie erschafft aus beschämender Einfachkeit eine subtile, irritierende Perversität. Es ist ein Bild ohne Verzierungen: voll drauf, ohne einen Ort zum Verstecken.

Marlene Dumas

The Cover Up

1994, Öl auf Leinwand

198 x 99cm

Marlene Dumas, The Cover Up
In "The Cover-Up" präsentiert Marlene Dumas eine Korrumpierung der Unschuld. Ihr Porträt eines jungen Kindes, dessen Kleidung über seinen Kopf gezogen ist, erweckt sofort düstere Gedanken voller Sexualität und Ausnutzung. Die Kontroverse zeigt sich nicht in den Bildern, die Marlene Dumas zeichnet, sondern in der Art, in der sie durch ein impliziertes Wissen, eine unverhohlene Konfrontation mit einer natürlichen Realität und ihren Unannehmlichkeiten die Bilder pervertiert.

Marlene Dumas

Over Lyken Lopen

1993, Öl auf Leinwand

90 x 70cm

Marlene Dumas, Over Lyken Lopen
Diejenigen, die nach einer "Bedeutung" in Marlene Dumas Arbeiten suchen, öffnen Pandoras Kiste voller Möglichkeiten, von denen keine eine endgültige Antwort darstellt. Die Fähigkeit ihrer Arbeiten, zu provozieren, ist so groß, dass Marlene Dumas angefangen hat, sich "Miss Interpreted" zu nennen. "Over Lyken Lopen", was "über Leichen" heißt, zeigt ein fünfjähriges Mädchen, das nackt über dem Körper eines Mannes steht, den Betrachter vorsichtig anstarrt und einen Arm hinter seinem Rücken versteckt. Wie Marlene Dumas sagte: "Es ist suggestiv; es deutet alle möglichen Arten von Geschichten an, aber es sagt dir nicht wirklich, was wirklich geschieht."


Marlene Dumas

Feather Stola

2000, Öl auf Leinwand

100 x 56cm

Marlene Dumas, Feather Stola
In "Feather Stola" erweckt Marlene Dumas die zeichnerischen Gesten des Expressionismus neu, während sie die kritische Distanz der Konzeptkunst mit den Vergnügungen des Erotizismus verbindet. Die Beziehung zwischen Kunst und der weiblichen Schönheit - oder zwischen den kunsthistorischen Modellen und den Supermodels des 20. Jahrhunderts - sind ständig vorherrschende Themen in ihrer Arbeit.

Marlene Dumas

Passion

1994, Gouache und Tinte auf Papier

61 x 49cm

Marlene Dumas, Passion
"Passion" nimmt sich ein bekanntes religiöses Thema vor, stellt es aber in einer Art und Weise dar, die uns der Beruhigung durch ein Wiedererkennen beraubt. Das scheinbar trauernde, schmerzerfüllte Gesicht Christi am Kreuz ist eng an ein anderes Gesicht gedrückt - ob männlich oder weiblich kann man nicht sagen; eine Nebeneinanderstellung, die höchst intim, wenn nicht gar sexuell ist. Die Abhängigkeit des Betrachters vom Titel beschwört ein verzerrtes Bild herauf, dass gleichzeitig religiös und ein Sakrileg ist.

Marlene Dumas

Jule-die Vrou

1985, Öl auf Leinwand

125 x 105cm

Marlene Dumas, Julie-Die Vrou
"Jule-die Vrou" ist ein körperloses Porträt, das in extremer Großaufnahme eingefangen ist; nur die Augen und Lippen des Modells sind vollständig dargestellte Attribute der Verführung und Sexualität. Der Rest des Gemäldes wird von korpulentem, fleischigen Rosa verdeckt, das Weiblichkeit, Sünde, Gewalt und Frausein andeutet. Der Kontrast zwischen der Darstellung und der Abstrahierung suggeriert ein psychologisches Missverhältnis an, in dem Moralität, Repräsentanz und gesellschaftliche Konventionen hinterfragt werden. "Ich habe kein Gefühl dafür, wie groß ein durchschnittlicher Kopf ist; mich hat Anatomie noch nie interessiert. In dieser Hinsicht sehe ich Relationen so, wie es auch Kinder tun. Das, was für einen selbst am Wichtigsten ist, wird als das Größte gesehen, unabhängig von der wirklichen oder faktischen Größe. In Filmen ist alles größer als im wahren Leben und doch hat man das Gefühl, es wär real(istisch); alle meine Gesichter sind größer als im menschlichen Maßstab. Vom Vergrößern bis hin zum Heranzoomen war die Großaufnahme für mich eine Möglichkeit, mich von unnötigen Hintergrundinformationen zu befreien und dadurch, dass ich die Gesichtselemente so groß gemacht habe, wurde das Gefühl der Abstraktion in Bezug auf den Bilderrahmen gesteigert. Diese Eliminierung des Hintergrunds erledigte auch den Daseinsort und den örtlichen Kontext." "Indem die Isolierung einer erkennbaren Figur größer wird und die erzählerische Absicht geringer wird (im Gegensatz dazu, was man anfangs vermuten könnte, was dieser Mangel an illustrativer Information mit sich bringen könnte), werden die interpretorischen Effekte entflammt. Die Titel führen die Arbeiten wieder; sie heben aber nicht die innewohnende Mehrdeutigkeit auf. Man kann das Gemälde von "Jule-die Vrou" nicht interpretieren, ohne sich in einigen der Hauptmetaphern zu verstricken, die nicht nur auf das Weibliche angewendet werden, sondern auf die Porträtierung im Allgemeinen."

Marlene Dumas

Die Baba

1985, Öl auf Leinwand auf Leinen

130 x 110cm

Marlene Dumas, Die Baba
Gebadet in kränklich blau-gelbes Licht wirkt Marlene Dumas Baby beinahe abstoßend. Anstelle einer sofortigen Liebesbeziehung zeichnet Dumas eine fremde Begegnung, die irritierende Anwesenheit eines "Anderen", die Bewusstwerdung eines Individuums mit eigenem Willen und eigener Entschlusskraft. Marlene Dumas konfrontiert uns mit der Realität des Mutterseins, mit allen seinen natürlichen und erschreckenden Folgen.


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