Martin Kippenberger
Selbstportrait
1988, Öl auf Leinwand
200 x 240cm |
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In Martin Kippenbergers beeindruckender Selbstporträtserie aus dem Jahr 1988 zeichnet er sich selbst mit einem anrührenden Mangel an Eitelkeit. Ein übertriebener Bierbauch, Fettröllchen, ein dicker Nacken und eine niedergeschlagene Haltung stellen eine melancholische, unbeholfene und irgendwie mürrische Figur dar. Er trägt riesige weiße Unterhosen, die weit die Hüften hochgezogen sind - ähnlich einem bekannten Photo von Picasso.
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Martin Kippenberger
Paris Bar Berlin
1993, Öl auf Baumwolle
212 x 382cm |
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In Paris Bar schreibt Martin Kippenberger seine eigene Bedeutung in der Kunstgeschichte.
Als Kurator stellte er die Kunstsammlung des Cafés zusammen; als schamloser Eigendarsteller zeichnete er dann das Innere des Cafés. An die Bilder des 18. und 19. Jahrhundert von Saloninnenausstattungen erinnert stellt sich Martin Kippenberger auf die gleiche Stufe wie die Meister und lehnt sich an die amerikanische Kunst des frühen 20. Jahrhunderts an.
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Martin Kippenberger
Kellner Des...
1991, Öl auf Leinwand
200 x 240cm |
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| Kellner Des... basiert auf dem stereotypen Cartoon-Bild einer gebogenen Straßenlaterne. Ohne die Figur des Betrunkenen, der sich an sie anlehnt, würde Martin Kippenbergers unbewegte österreichische Straße jeglichen menschlichen Lebens entbehren. Um das Zeichnerische des Bildes und das dysfunktionale Wesen der Lampe zu bestätigen, hat er zwei echte Wandlampen an jeder Seite der gezeichneten Straßenlaterne angebracht, um so der ansonsten kalten und verlassenen Szene einen Hauch von Trost zu verleihen. "Kellner Des..." hing auch einmal in der Paris Bar.
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Martin Kippenberger
Portrait von Paul Schreber
1994, Öl auf Segeltuch
240 x 200cm |
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| Paul Schreber war ein Gerichtspräsident in Deutschland in den 1870ern, dessen Nervenzusammenbruch in seiner Autobiographie "Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken" beschrieben wird. Wie schon Jung und Freud war Martin Kippenberger von Schrebers Bericht über das Leben in einer psychiatrischen Anstalt fasziniert und gibt dem Betrachter einen Einblick in das Gehirn von Schreber.
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Martin Kippenberger
Einsam?
1983, Öl und Sprayfarbe auf Leinwand
120 x 100cm |
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| Als davonstürzende Drückeberger-Hymne an die Portraitmalerei schafft es Martin Kippenbergers Herr Einsam?, gleichzeitig lebenslustig und heiter und melancholisch und betroffen zu sein - all dies mit ein paar scheinbar nebensächlichen Pinselstrichen.
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Martin Kippenberger
Ohne Titel (Schwebende Figuren)
1982, Öl auf Leinwand
170 x 183cm |
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Durch die Anleihen sowohl aus Graffitis als auch aus der traditioneller Avantgarde-Malerei erinnern die seltsam schwebende Figuren aus "O.T." an surrealistische Künstler wie Joan Miro, während der verarmte Stil und die Konstruktion des Bildes im Rahmen von Martin Kippenbergers populistischen Werten bleiben. Durch das Zusammenfügen von 7 Leinwänden erschafft Martin Kippenberger die Illusion des Großartigen - ein Bild, das zu groß ist, um auf eine einzelne Leinwand zu passen. Ohne Titel tauscht die Wertschätzung der hohen Kunst gegen eine bestimmte komische Brutalität ein; das Bild ist gleichzeitig wunderschön und dumm, eine Neuerfindung der abstrakten Malerei für eine kultivierte und erwachsene Hanna-Barbara-Generation.
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Martin Kippenberger
Design For The Improvement of Backstroke in Rio I & II
1986, Akryl, Silikon, Sand, Mörtel auf Leinentuch und Frotteestoff
180 x 150cm (jede Stoffbahn) |
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| In Backstroke werden die zusammengenähten Strandhandtücher und die einfarbige Sandzeichnung auf der rechten Seite voneinander durch einen sattenblauen Streifen getrennt, der das Meer andeutet. Die weißen skulpturellen Formen auf dem Handbuch könnten von einem Dadaisten dorthin geworfen worden sein, der seltsamerweise Objekte auf irgendeine Oberfläche geworfen hat. Beiläufig wird auf die Kunstgeschichte verwiesen, vom "Action Painting" und dem "Combine Painting" hin zu den rauhen Oberflächen der spanischen Nachkriegsmalern.
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Martin Kippenberger
I Am Too Political
1995, Öl auf Leinwand
180 x 225cm |
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| Jeder Aspekt des Handelns von Martin Kippenberger war ein in sich geschlossener Akt der Dekadenz, der dazu dienen sollte, zum Mythos des Künstlers als Gesamtwerk beizutragen. In I Am Too Political zeichnet Martin Kippenberger ein Bild, das aus seinem direkten Zusammenhang gerissen ist: sechs Leinwände, die zu einer großen zusammengefügt ein Plakatwand-ähnliches Design darstellen und eine groteske Nackte polstern. Kippenbergers Bild arbeitet als eine Anti-Werbung für sich selbst, indem es sich über die Tradition der Malerei lustig macht und wie sie historisch und ideologisch pervertiert wurde.
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Martin Kippenberger
Tiefes Kehlchen
1991, Pigment und Latex auf Leinwand
180 x 150cm |
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| Tiefes Kehlchen schwingt voll perverser Verführung. Durch seine Kreation aus schwarzem Fetischgummi birgt das Kunstwerk all die überkochende Leidenschaft einer geilen Nacht im Bett. Durch die Darstellung zweier "Kissen", die auf einem Sprungbrett hüpfen, betrachtet Martin Kippenberger in sehr vereinfachter, humorvoller Weise Sex mit seiner unangenehmen Subkultur des Taboos und der Peinlichkeit.
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Martin Kippenberger
U.N.Building - The Home of Peace
1984, Öl und Silikon auf Leinen
240 x 200cm |
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| Scharfsinnige Selbstironie machte einen großen Teil von Martin Kippenbergers Strategie aus: dadurch, dass er Anleihen aus allen Aspekten der Kultur genommen hat, sicherte er sich seine eigene Bedeutung in ihr. Kippenbergers Architekturzeichnungen sind ein grandioses Epitom des Egos und eine megalomanische Herangehensweise an das urbane Design. Seine Gebäude sind die dauerhafteste Art des Schaffens und die Stadtplanung die ultimative Anerkennung von Macht und Genialität. In "U.N.Building" erschafft Martin Kippenberger eine Blaupause vollkommener Dysfunktionalität: massige Formen des fehlgeschlagenen Kubismus, die in nachsichtig gekritzelten schwarzen Rauch gehüllt sind. Seine fragmentierte Leinwand verstärkt noch den Eindruck der Instabilität des Bildes; der Bereich rechts unten bietet nur den winzigsten Hauch eines soliden Fundaments, von dem aus seine auf den Kopf gestellte Metropole in die Höhe streben könnte.
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Martin Kippenberger
NYZRA
1985, Öl und Silikon auf Leinwand
155 x 180cm |
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Martin Kippenberger hat ein raffiniertes Konzept der Ästhetik entwickelt, in dem das triviale und das subkulturelle seine Arbeitsweise genauso beeinflussten wie die Meisterwerke der Kunstgeschichte. Für Kippenberger gab es, häufig von der Banalität des Lebens, der Politik, Medien und Werbung ausgelöst, kein Thema, das man nicht in Kunst verwandeln konnte. In New York zum Russich Abbinden the romance of the New York skyline is dramatically broken by a fusion of compositional and painterly effects. Das Werk, das ein so ernstes Thema wie den Kalten Krieg behandelt, der Mitte der 1980er Jahre einen kritischen Augenblick erreicht hat, besteht aus vier quadratischen Leinwänden, die in einem einzelnen Rahmen zusammengefügt sind und ein ständiges "Fadenkreuz" auf der Landschaft von New York darstellen. Die haarfeinen Lücken zwischen den Leinwänden und das dicke Silikon unterhalb und überhalb der gezeichneten Oberfläche fügt diesem universellen Symbol des westlichen Kapitalismus und der Macht ein dramatisches Gefühl der Zerbrechlichkeit und Korruption hinzu.
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