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TOP 200 ARTISTS OF THE 20TH CENTURY TO NOW
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AFTER 1.4 MILLION VOTES WERE CAST, HERE ARE YOUR LEADING 200 ARTISTS:
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| - | Luc Tuymans |
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Ausgewählte Arbeiten von Peter Doig
Peter Doig
Canoe-Lake
1997-8, Öl auf Leinwand
200 x 300cm |
Zum Vergrößern auf das Bild klicken
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Das Werk von Peter Doig wird von Themen eines magischen Realismus durchströmt, in denen er zeitlose Momente vollkommener Ruhe einfängt und Fotoalbenerinnerungen kurz aus Tagträumen aufblitzen und wieder verblassen. Inspiriert von seiner kanadische Kindheit und einer der gespenstischeren Szenen aus "Freitag der 13." sind Peter Doigs Kanus ein grundlegendes Symbol in seinem Werk geworden; ihre Spiegelung im Wasser ist (wie ein Doppelleben) ein phantastischer Spiegel des Unbekannten. "Canoe-Lake" wurde in beunruhigender Perfektion geschaffen: es wird nicht nur ein spionierender Blick über einen Zaun hinweg eingefangen, sondern auch die seltsam widerhallende Stille, die über einem See liegt; der unmögliche Stillstand der Strömung und die anwidernde Wärme der Spätsommernachtsluft.
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Peter Doig
Concrete Cabin
1994, Öl auf Leinwand
198 x 275cm |
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Peter Doigs Bilder von Le Corbusiers klassisch-modernistischem Wohnblock bieten dem Betrachter ein geheimnisvolles Utopia: kosmopolitische Traumarchitektur eingebettet in (oder gefangen von) wuchernder Wildnis. In "Concrete Cabin" ist es das Nirgendwo der Szene, die sie so seltsam und unheimlich erscheinen lässt: das helle, minimalistische Raster des Gebäudes, das durch die dunklen Schatten der Bäume hervorlugt; der alltägliche Anblick eines Vorstadtgehwegs, der in etwas Magisches hineingewoben wurde; eine Situation wie aus einem Märchen der Gegenwart. Peter Doig zeichnet diese Szene mit einem phantastischen Effekt; dadurch, dass das Bild so geschnitten wurde, dass es weder Boden noch Himmel hat, gibt es weder eine körperliche Orientierung noch ein körperliches Gewicht, sondern nur die nicht-greifbare Präsenz eines vergänglichen Augenblicks.
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Peter Doig
The Architect's Home In The Ravine
1991, Öl auf Leinwand
200 x 275cm |
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Deutlich sichtbar und doch körperlich unerreichbar verdeckt Peter Doig "The Architect's Home in the Ravine" mit einem Unterholz, das so dicht ist wie ein halb fertiger Pollock, und die Szene erhält eine düstere Vorahnung: etwas wie aus einem Bild von Edward Hopper oder Andrew Wyeth. Wir können den gesamten Reichtum der fernen Wälder und die atemberaubende Architektur betrachten; und doch sind es die Zweige, welche die Show stehlen. Peter Doigs Gemälde erfindet die Art und Weise, wie man ein Bild betrachten soll, neu.
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Peter Doig
White Canoe
1990-1, Öl auf Leinwand
200.5 x 243cm |
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Peter Doig malt Weiß, als ob es alle Farben enthalten würde; er malt dunkel, als ob es alle Farben auf sich haben würde. Als reflektiertes Bild eines Sees während der Nacht ist "White Canoe" eine sehnsüchtige Undurchführbarkeit, in der die Reflektion detaillierter ist als die Landschaft selbst. Das Boot leuchtet auf verwirrende Weise. Die Landschaft birgt in sich die alles verschluckende Schwärze eines schmierigen Öls: betäubend und bewegungslos; alle anderen Farben scheinen wie eine rustikale Lasershow über sie hinweg zu gleiten. Die blauen Flecken des stillen Mondlichts sorgen für einen unheimlichen Löscheffekt; Peter Doigs perfekte Nacht scheint zu schmelzen wie Zelluloid, das in einem Projektor steckengeblieben ist.
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Peter Doig
White Creep
1995-6, Öl auf Leinwand
290 x 199cm |
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In "White Creep" ragt ein riesiger, Schnee bedeckter Berg so in die Höhe, dass er den Himmel winzig klein erscheinen lässt. Der Schnee ist weiß und frisch und birgt doch eine Tiefe in sich, die andeutet, dass der Berg ständig von Schnee bedeckt ist. Der Schnee ist ein abstrakter weißer Teppich, der von zerklüfteten schwarzen Felsen durchstochen wird. Es ist wie ein Clyfford Still der Weiße, mit einem Palimpsest der Gräue und der Bläue unterhalb der Oberfläche. Die Quellen von Doigs Arbeiten mögen zwar aus Film, Photografie oder Ausschnitten aus der visuellen Kultur der Gegenwart stammen; er macht jedoch Gemälde von Szenen, die man nur als Gemälde wirklich verwirklichen kann.
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Peter Doig
Orange Sunshine
1995-6, Öl auf Leinwand
276 x 201cm |
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Die Snowboarder von heute erscheinen seltsam fehl am Platz vor dem Renoir-mäßig gesprenkelten Himmel und den Derain-mäßig getüpfelten Verwehungen. Aber es ist die Art und Weise, wie Doig diesen illusionären Effekt der Farbe meistert, die eine überzeugende, beinahe greifbare vierte Dimension hervorruft - die dämpfende Stille der Lust, das feuchte Gefühl des matschigen Schnees, der knisternde Geruch des Zwielichts. Doig taucht hier ein in eine Nostalgie, die durch Photografie niemals eingefangen werden könnte: die Körperlichkeit seiner Bilder macht diese gewöhnlichen Erinnerungen lebhafter und erstrebenswerter als die eigenen des Betrachters.
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Peter Doig
Grasshopper
1990, Öl auf Leinwand
200 x 250cm |
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Peter Doig schuf den "Grasshopper" aus der Sichtweise eines Insekts heraus, der die Welt aus Erdbodenhöhe heraus betrachtet, indem er drei gleich breite Bänder verwendet, welche die Struktur des Bildes beherrschen. Mit seinen groben Farben, die doch aufwändig detailliert sind, scheint dieser Kunstgriff die geographischen Schichten nachzuahmen, aus denen sich die Erde zusammensetzt. Das oberste Band enthält die Abstraktion des Himmels, die er aus dünnen Schleiern eines lebhaften Blaus, das mit übereinander gelegten Schichten geprägter und abgetupfter Farbe verdeckt wird, erschaffen hat. Das mittlere Band enthält das Land, eine kleine, isolierte Siedlung in der Wüste inmitten einer ausgedörrten Landschaft, in der die Telephonmasten und -leitungen den einzigen Hinweis auf eine Verbindung mit der industrialisierten Welt darstellen. Eingetaucht in eine reiches, warmes Licht handelt es sich im eine namenlose Landschaft inmitten einer Öde zu keinem bestimmten Zeitpunkt. Mit Anklang an den Schauplatz den Films "Paris, Texas" könnte der einzige Anhaltspunkt auf seine Identität die einzelne Figur sein, die in einer Garage herumsurrt.
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Peter Doig
Ski Jackets
1995, Öl auf Holz
76 x 92cm |
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Diese Norman Rockwell-mäßige Szene ist eine Erinnerung aus einer idealen Kindheit. Verwässerte blaue und rosa Linien knistern über dem Boden, um so die perfekte Illusion von zertretenem Schnee zu schaffen. Die Bäume gegen den weißen Nordhimmel sind ein büschelartiges, zinnoberrotes Netz; die verwackelten Linien des Schneezauns sind beinahe farblos, dreckig und verwittert mit einem Hauch von allem, was sich auf seiner Palette befindet. Peter Doig erschafft all dies mit einem verblichenen, nostalgischen Charme, um es dann heftig mit hellweißen Schneeballklecksen zu attackieren. Unsichtbar zeichnet er den Betrachter als den beschuldigten Schneeballwerfer in die Szene hinein. |
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