Tilo Baumgärtels Gemälde verbreiten ein Gefühl des Märchenhaften. Irgendwo gefangen zwischen Ort und Zeit entfalten sich seine seltsamen Szenen in wundersamer Unsicherheit und suggerieren von ihm selbst erfundene, fragmentierte verträumte Erzählungen. In "The Fencing Lesson" erschafft Baumgärtel sein Gemälde voll surrealer Starre. Seine statischen Figuren sind wie Statuen in der entfremdeten Aura des Raumes eingefroren. Baumgärtel verwendet eine gedämpfte Farbpalette, um die anomalistische Qualität der Räumlichkeit zu vergrößern; die ebenen Wände und Möbel erscheinen in diesem bestimmten Licht gleichzeitig versteinert und doch schwerelos. Das Gemälde von Baumgärtel, eine Darstellung der verschrobenen Unschuld, ist beunruhigend in der gleichzeitig vorherrschenden Trägheit und zu erwartenden Gewalt.
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In "Burg" übermittelt Tilo Baumgärtels grob gehaltene Farbauftragung eine romantische Brutalität. Halb ein mittelalterliches Dorf, halb ein Bunker aus dem 2. Weltkrieg wird aus Baumgärtels Kulisse eine abstrakte Konstruktion: sich wiederholende Formen, flache Ebenen und das gefleckte Pinselspiel wirken, als wären sie in verstärkter Spannung aufgewühlt. In der Ecke links unten schleicht sich eine maskierte Figur auf das Gelände, sich des Netzwerks der seltsamen rosafarbenen Sprengstoffe nicht bewusst. Baumgärtel erschafft die Spannung durch eine doppelte Perspektive: die illegale Handlung unter dem wachsamen Blick eines schlafenden Gargoyles wird genau durch die Präsenz des Betrachters überwacht. Tilo Baumgärtel ist als einer der führenden Leipziger Maler bekannt, der zu einer Bewegung namens die "Neue Leipziger Schule" gehört, die sowohl Anerkennung der Kritiker als auch kommerziellen Erfolg einheimst.
Die Gruppe, die in ihrer Arbeit auf die Stadt reagiert und sie als eine Bezugslinie verwendet hat, die ihre Arbeiten angetrieben und fokusiert hat, ohne dass sie Leipzig an sich je gezeichnet hat, teilt ein gemeinsames Interesse daran, auf die Verhältnisse der Gegenwart zu reagieren. Leipzig, das für seinen persönlicheren Zugang zu Einsamkeit und Einkehr geschätzt wird und sich von den berühmteren Kunstzentren Berlin und Köln entfernt befindet, hinterlässt einen tiefsitzenden Eindruck. Tilo Baumgärtel verwendet sinnträchtige Momente, verträumte, in der Zeit eingefrorene Schauplätze zusammen mit einer suggestiven Erzählung. Basierend auf der Darstellung, aber doch mit alternativen Blickweisen impliziert Tilo Baumgärtel eine realitätsverformende Vorstellung, die ein Gefühl des Phantastischen vermittelt. Durch das reale Gefühl der unzweideutigen Unschuld spielt das Bild surreale Szenarien mit innewohnendem Mysterium
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