| KURT LEVY
1911-1987
Kurt Levy floh bereits im April 1933 aus Deutschland in die Niederlande und verließ schließlich 1935 Europa mit dem Ziel Kolumbien. Sein künstlerischer Durchbruch gelang ihm 1947 mit einer Einzelausstellung in der Biblioteca Nacional in Bogotá, der zahlreiche Ausstellungen in Kolumbien folgten. Den wichtigsten thematischen Schwerpunkt seiner Arbeit bilden Stadtansichten und Landschaften, in denen Levy prägnant und unsentimental seine südamerikanische Umgebung festhielt. Durch die Exilerfahrung geprägt, bewahrte sich Levy auch nach der Rückkehr nach Deutschland seine unromantische Wahrnehmungsweise, die hinter das vordergründig Idyllische zu schauen vermochte.
Levys künstlerische Hinterlassenschaft kam im Dezember 1994 als Schenkung seiner Witwe an das Jüdische Museum. Der Nachlaß umfaßt 121 Ölgemälde, 348 Arbeiten auf Papier – hauptsächlich Aquarelle, Gouachen und Tuschzeichnungen – und 30 Skizzenbücher aus allen Schaffensphasen des Künstlers sowie dokumentarisches Material. Unter dem Titel "Heimat Exil Heimat" wurde im Sommer 1998 eine umfassende Retrospektive von Levys Lebenswerk gezeigt. Diese Ausstellung war auch im Sommer 2002 im Stadtmuseum Bonn zu sehen.
Heimat Exil Heimat
Emigration und Rückkehr des jüdischen Malers
Kurt Levy (1911-1987)
Kurt Levy lebte von 1935 bis 1960 als Emigrant in Kolumbien. Die erste umfassende Werkschau präsentierte Ölbilder, Aquarelle, Gouachen, Zeichnungen und Skizzenbücher aus allen Schaffensphasen des Künstlers: Bilder des "unermüdlichen Wanderers auf den Pfaden Kolumbiens" sowie leuchtende Aquarelle und sorgfältig komponierte Ölgemälde aus der Zeit nach Levys Rückkehr nach Deutschland.
1911 Am 23.September in Bonn geboren. Während der Gymnasialzeit Malunterricht bei Em Oelieden (1875-1934)
1931 Abitur, Beginn des Studiums an der Werkschule Köln bei Professor Ahlers-Hestermann
1933 Emigration als politisch Verfolgter nach Holland, Levy lernt Agnes Lopez Cardozo kennen, die er 1936 heiratet
1934 Teilnahme an einer Ausstellung emigrierter Künstler in London mit vier Bildern
1935 Übersiedlung nach Kolumbien, lebt dort u. a. in Bogotá, Cartagena und Barranquilla, Tätigkeit als Lithograf und Gestaltung von Messeständen, Plakaten etc.
1942 Geburt der Tochter Juanita
1947 Scheidung von Agnes, Levy wird Lehrer für Malerei und Zeichnen am Centro Colombo Americano in MedellÃn Ausstellung in der Biblioteca Nacional in Bogotá und dem Conservatorio de Cali
1948 Ausstellungen im Museo de Zea, MedellÃn, und dem Club Barranquilla
1949 Ausstellung in den Galerias de Arte, Bogotá
1950 Ausstellung in der Biblioteca Departamental, Barranquilla
1953 Ausstellung im Museo Nacional, Bogotá
1954/55 Europareise, Ausstellung in der Brücke (British Center), Bonn
1955–1960 Professur für Aquarelltechnik und Freihandzeichnen and Staatlichen Universität Baranquilla
1959 Ausstellung in der Galerie Buchholz, Bogotá
1960 Rückkehr nach Deutschland, Levy lässt sich als freier Künstler in Köln nieder; nebenbei arbeitet er als Fremdenführer und Dolmetscher
Ausstellung im Ibero-Amerika-Haus, Frankfurt am Main
nach 1960 wiederholte Reisen nach Spanien, auf die Balearen, die Kanarischen Inseln und nach Israel
1961 Levy lernt seine spätere zweite Frau Marie-Luise Witting kennen
1965–1971 Teilnahme an den Ausstellungen der "Europäischen Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen" in Prüm
1972/73 Kolumbienreise
1977 Heirat mit Marie-Luise Witting
1978 Ausstellung in der Hahnentorburg, Köln
1986 Ausstellung im Neuen Stadthaus in Bonn
1987 Ausstellungen in der Born Fine Art Galerie in Köln und der Galerie Krüll in Krefeld
Kurt Levy stirbt am 3. Dezember in Köln.
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